
Kosmos Kiosk
12.06.–21.08.2010 | Eröffnung: 12.06.2010 | 18 Uhr
Samstag, 12. Juni | 18.00 Uhr
Eröffnung & Performances
Ich verkaufe lieber, als dass ich arbeite
Fredie Beckmans, Performance
News from home
Wiebke Grösch/Frank Metzger, Performance
Sonntag, 13. Juni | 10.30 Uhr
Spaziergang mit Frühschoppen zum Kioski/Kioske
von Hannah Borisch
Treffpunkt: 10.30 Uhr am Kunstverein
Freitag, 9. Juli | 18.00 Uhr
Ein orientalischer Abend Andrea Knobloch und Silke Riechert
News from home Wiebke Grösch/Frank Metzger, Performance
Samstag, 24. Juli | 18.00 Uhr
Der chinesische Kiosk Harri Schemm, Performance
und Kioskgeselligkeit mit Huppendorfer Bier
Samstag, 21. August | 16.00 Uhr
Eine geführte Fahrradtour durch die Gießener Kiosklandschaft &
AusKLANG mit Kioskmusik

Mit der Ausstellung und dem Veranstaltungsprogramm KOSMOS KIOSK thematisiert der Neue Kunstverein Gießen im Sommer 2010 die Besonderheit seines urbanen Ortes.
Vom 12. Juni bis zum 21. August wird das Thema „KIOSK“ und seine vielfältigen künstlerischen, kulturhistorischen, sozialen, alltagspraktischen und stadtplanerischen Anknüpfungspunkte befragt.
Eine Gruppenausstellung in Anlehnung an gängige Kiosk-Praxis – „viel auf engstem Raum“ – versammelt Malerei, Zeichnungen, Collagen, Objekte, Fotografien, Modelle, Video, Ausstellungsrelikte, Fundstücke, Editionen, Postkarten, Dokumentationen und Arbeitsskizzen von „kioskaffinen“ Künstler/innen zum Thema. 37 Positionen – darunter Einzelkünstler/innen, Künstlerpaare und Projekte – versammeln sich im kleinsten Kunstverein der Republik und beleuchten die facettenreiche Kiosk-Thematik.
Gesellige und informative Kiosk-Abende, Performances sowie Führungen durch die Gießener Kiosklandschaft gestalten den kommunikativen Rahmen von KOSMOS KIOSK und machen den Kunstverein über den Sommer zu einem festen Treffpunkt für Kunst- und Kioskinteressierte.
Zur Gießener Spezialität des Neuen Kunstvereins
Einem Guckkasten gleich ist der ehemalige Kiosk an einem der meist befahrenen innerstädtischen Verkehrsknotenpunkte Gießens ein Kunstort, der aufs Engste mit dem öffentlichen Raum verschmolzen ist. Verbindet man sonst mit Kioskbauten eher temporäre Architektur, die sich je nach Bedarf in den Nischen des Stadtraums einnistet und auch wieder verschwindet, ist die Gießener Trinkhalle an der sogenannten „Licher Gabel“ in ihrer steinernen Solidität und dem damit verbundenen Anspruch auf Dauer ganz ihrer Entstehungszeit, den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, verpflichtet. 1937 nach Plänen von Wilhelm Gravert als „Kiosk-Toiletten- und Umspannanlage“ am Rande des Gießener Friedhofs erbaut und nach dem Krieg als typisches Wasserhäuschen genutzt, bespielt nun seit sieben Jahren der Kunstverein den markanten Ort.
Seit mehr als 70 Jahren prägt der gemauerte Pavillon – freilich in wechselnder Funktion – an dieser Stelle das Stadtbild. Große, sich zweiseitig über Eck erstreckende Fensterflächen, die früher das vielfältige Angebot an Spirituosen, Süßigkeiten, Tabakwaren oder den Dingen des Vergessensbedarfs auf kleinem Raum sichtbar machten, bieten nun freien Einblick in den Ausstellungsraum. Die signifikante bauliche Situation hat zur Folge, dass der kleinste Kunstverein der Republik trotz seiner bescheidenen Bemaßung und fehlender Hängeflächen zu einem vielfältig bespielbaren Ort wird. Das Verhältnis von großen Fensterflächen und intimem Raum macht den Bau zu einem, der Privates und Öffentliches gleichsam in sich zu vereinigen scheint. Das Innen lässt sich hier kaum ohne das Außen – und umgekehrt – denken. Die an seine ehemalige Funktion gebundene Bauform des kleinen Kunstraums sowie seine Verortung im städtischen Kontext legen eine Ausstellungskonzeption, die das facettenreiche Phänomen „KIOSK“ aufgreift, mehr als nahe.
Kiosk-Netzwerk, Ausstellung, Rahmenprogramm
Zur Verwirklichung dieser Ausstellung konnten wir auf ein breites Netzwerk an kiosk-interessierten Kulturschaffenden zurückgreifen, die zum Großteil im 1. KCMO 06, dem weltweit ersten Kioskclub, organisiert sind. Der 1. KCMO 06 hat seinen Sitz im Museum Ostwall im Dortmunder U und wurde im Rahmen der Ausstellung "WM-Erfrischungspavillon ... zu Gast bei Freunden" gegründet. Ziel des Vereins ist die Erforschung und Pflege der Kioskkultur weltweit, sowie die Vernetzung aller Personen und Gruppen, die sich dem Thema „Kiosk“ interessiert, forschend und gestaltend widmen (www.kcmo.de).
Wir freuen uns, dass die Fülle und Komplexität der nun zustande gekommenen Ausstellung KOSMOS Kiosk ein gutes Abbild dieses funktionierenden Netzwerkes ist. Folgende Künstler/innen haben einen Beitrag dazu geleistet:
Fredie Beckmans Amsterdam Karin Bergdoldt Nürnberg Hannah Borisch Gießen Simon & Tom Bloor London / Birmingham Daniel Bräg München Michael Dörner Halstenbek Herr Fleischer e.V. Halle/
Saale Oliver Gather / Anne Mommertz Düsseldorf Wiebke Grösch / Frank Metzger Offenbach Ingke Günther Gießen Gabriele Horndasch Düsseldorf Joung-en Huh Düsseldorf San Keller Zürich Andrea Knobloch Düsseldorf Katrin Korfmann Amsterdam Karoline Leitermann Halle/Saale Marko Lehanka Nürnberg Monika Linhard Frankfurt/M. Tine Luhn Hamburg Tilmann Meyer-Faje Amsterdam Adam Page und Eva Hertzsch Berlin Projekt Kioskisierung Berlin Katja v. Puttkamer Ingelheim Silke Riechert Berlin Inge Roseboom / Mark Weemen Amsterdam Judith Samen Düsseldorf Harri Schemm Nürnberg Nada Sebestyén Berlin Martin Starl Frankfurt/M. Thomas Rentmeister Berlin Felix Ruffert + KKKiosk Weimar Wolf D. Schreiber Gießen Ina Weber Berlin Julia Wenz Stuttgart Jörg Wagner Gießen Medienprojekt Wuppertal e.V. Wuppertal
Aufgrund der kiosktypischen räumlichen Begrenzung versammelt die Ausstellung dicht gedrängt künstlerische Arbeiten, die sich zu einer von Vielfalt geprägten Gruppenausstellung zusammenfügen. Bereits vorhandene Werke stehen neben extra für die Ausstellung Produziertem. Die Werkschau wird ergänzt durch einige Editionen und Postkarten der mitwirkenden Künstler.
Das Rahmenprogramm der Ausstellung hat einen performativen Schwerpunkt und ist somit dem äußert lebendigen und kommunikativen Phänomen „KIOSK“ geschuldet.
Gefördert durch das Kulturamt der Universitätsstadt Gießen,
die Gießener Kulturstiftung und Best Western Hotel Steinsgarten
In Zusammenarbeit mit dem 1. KCMO 06 – www.kcmo.de
Kioski/Kioske in Kooperation mit der Theatermaschine 2010
– www.theatermaschine2010.de
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