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APERO 2006
Gruppenausstellung (de)zentral – acht plastische Ansätze
02.09. – 03.10.2006



Neuer Kunstverein Gießen
zu Gast in der Alten UB (Bismarckstraße 37), Eröffnung 19 Uhr
„(de)zentral“ – Heather Allen, Karsten Bott, Martin Brüger, Margarete Hahner, Dirk Krecker, Gregory Maass & Nayoungim, Peter Rösel, Nicole Wermers
Gruppenausstellung: Acht plastische Ansätze


Heather Allen

1952 geboren in Romford, England, lebt in Frankfurt/M.
1974 BA Hons, Fine Art & Art History, University of Reading,
Carter Memorial Prize for Sculpture
1997 MA Fine Art (Combined Media), Chelsea College of Art & Design, London

Ausstellungen (Auswahl)

2001 „Frankfurter Kreuz“, Schirn Kunsthalle, Frankfurt/M.
„Tafelrunden“, Maximilliansforum, München (Videoprogramm)
2002 „Eva und der Teufel“, Ausstellungsraum de Ligt, Frankfurt/M.
„Tight skin, skin deep“, mit Vasiliki Gkotsi, Mafuji Gallery, London
„Deutsches Eck“, Galerie Vaclava Spaly, Prag
„Sequences“, Kuvataideakatemian Galleria, Helsinki (Videoprogramm)
2003 „Ain’t she sweet …?“, Zagreus Projekt, Berlin
2004 9. Triennale Kleinplastik, Alter Kelter, Fellbach
2005 „ARP“, Galerie Hermann & Wagner, Berlin
Forum-1822, Frankfurt/M.
Fellbach Stadt Galerie
2006 „Der Esel ist Tot“, Videoinstallation, Heimspiel, Frankfurt/M.
(Zusammenarbeit mit Julia Oschatz)

In Heather Allens Gruppenporträts sind auch die Anderen immer Alter Egos: eine Perspektive also auf Identitäts- und Körperbilder, auf individuelle Aspekte und Möglichkeiten ebenso wie auf die Selbstwahrnehmung, die unter den Blicken von Anderen, in unterschiedlichen Zusammenhängen und Situationen immer wieder neu verhandelt wird.

Karin Görner, Frankfurt/M.



Karsten Bott



1960 geboren in Frankfurt/M.
1986–91 Kunststudium Städelschule Frankfurt/M., Filmklasse bei Peter Kubelka

Ausstellungen (Auswahl)

1988 Gründung des Archives für Gegenwarts-Geschichte
1989 „Heimatmuseum”, Städelschule, Frankfurt/M.
1993 „Speicher”, Offenes Kulturhaus, Linz
1995 Preisträger Jürgen-Ponto-Stiftung, Frankfurt/M.
1996 „One of Each”, EAST Award, Norwich
„Hosentaschensammlung”, Sparkasse, Frankfurt/M. und Haus am Lützowplatz, Berlin
1997 „Deep Storage”, Haus der Kunst, München und Kulturforum, Berlin
1998 Stipendiat, Kunstfonds, Bonn
„Deep Storage”, Kunstmuseum im Ehrenhof, Düsseldorf
„Deep Storage”, PS 1, New York und Henry Art Gallery, Seattle
1999 Städtische Galerie, Villingen-Schwenningen
2000 Atelierstipendium London, Hessische Kulturstiftung
„Von Jedem Eins“, Landesmuseum Karlsruhe
2004 Emil Filla Galerie, Usti nad Labem
2007 Castle Museum Norwich, Contemporary Museum

Kleine Gegenstände oder Fragmente, die ich auf der Straße aufsammle und in meine Hosentasche stecke, sind chronologisch in Reihen ausgelegt.



Martin Brüger



1965 geboren in Amorbach im Odenwald
1988–94 Kunststudium an der Kunsthochschule Kassel bei
Dorothee v. Windheim und Urs Lüthi
lebt in Darmstadt

Einzelausstellungen (Auswahl)

1996 Installation „Ansichten“, Galerie Beckers, Darmstadt
1997 Installation „Two White Cubes“, Kommunale Galerie, Darmstadt
1998 Galerie Zellberg, Berlin
1999 Kunstverein Freiburg
Kunstverein Schwerte
2000 „extended views“, Galerie Stefan Rasche, Münster
2001 „Rundblick auf 264,5 Meter neunzehntes Jahrhundert“,
Staatliche Museen Kassel – Neue Galerie
Galerie Schütte, Essen
2002 Heidelberger Kunstverein
2003 Galerie Stefan Rasche, Münster
2004 Installation „dropped furnishings“, Kunstverein Bochum
2005 Galerie Schütte, Essen
Galerie der Stadt Backnang

Dem offensichtlichen Nutzen der Treppe steht der nutzlose und im alltäglichen Arbeitsvorgang recht hinderliche Aufenthalt auf dem ‚Balkon‘ entgegen. Und dennoch: Erst still gestellt auf dem ‚Balkon‘ wird die eigentlich immer schon vorhandene Situation verdeutlicht und erkannt. Die Formen, welche die Umgebung prägen, werden als Grundformen in Geländer und Gestalt des Podests gezeigt und ästhetisiert. Die Spanne zwischen Gebrauchs- und Formwert wird ausgetestet. Brüger zerbricht die Sphäre des Alltäglichen und lässt die Kapazität der dahinter liegenden Formstrukturen sichtbar werden.

Jörg Daur, Wiesbaden




Margarete Hahner



1960 geboren in Bamberg

lebt in Berlin und Los Angeles

„If I had my choice I would only paint on water“, says Berlin/Los Angeles-based painter Margarete Hahner, „but it is difficult to get water to stand still, unless you freeze it. And then I’d have to work in a big coat, so I paint on records instead. And records are a perfect painter’s medium because they already have a hole for hanging.
Some people might think there is a connection between my record paintings and the cinema, especially in the series paintings, where a group of records might appear to be individual frames in a movie. But I don’t think the connection is really valid because in cinema you usually have a full candy counter and a clean restroom.“




Dirk Krecker



1972 geboren in Frankfurt/M.
1994–98 HfG Offenbach
1998 Hochschule für Bildende Künste Städelschule bei Prof. Thomas Bayrle
2002 Diplom an der HfG Offenbach
2003 Stipendium des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst an der Cité Internationale des Arts, Paris
Einzelausstellungen (Auswahl)

2001 „lawn“, Forum der 1822 Sparkasse, Frankfurt/M.
2002 „reentry simcity“, Ausstellungsraum consortium, Düsseldorf
2003 „neoarmut“, Berlin
2004 „x-files“, Derek Eller Gallery, New York
2006 „nanospace“, Center for recent drawing, London

Als Italo Calvinos ‚Herr Palomar‘ den Versuch unternimmt, eine Welle zu lesen, stellt er sachlich fest: „Kurzum, man kann eine Welle nicht isoliert betrachten, ohne dabei die vielfältigen Aspekte mit einzubeziehen, die zu ihrer Bildung zusammenwirken, desgleichen die ebenso vielfältigen, die sie von sich aus bewirkt. Und diese Aspekte verändern sich ständig, weshalb eine Welle jedes Mal anders ist als eine andere; gleichwohl ist freilich nicht zu bestreiten, dass jede Welle stets einer anderen gleicht, wenn auch nur einer, die ihr nicht unmittelbar vorausläuft oder unmittelbar folgt.“



Gregory Maass & Nayoungim



Gregory S. Maass

1967 geboren in Hagen
1991–92 Sorbonne (Philosophie), Paris
1991–95 L‘École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris
1993–94 L‘Institut des Hautes Études en Arts Plastiques, Paris
1998 Jan Van Eyck Akademie, Maastricht

Nayoungim (Nayoung Kim)

1966 geboren in Seoul (Korea)
1984–87 Seoul national university, Fine arts college, Seoul
1991–96 L‘ecole nationale superieure des beaux-arts, Paris

Gemeinschaftsausstellungen

2005 „Bold Eyeball”, Hinterconti, Hamburg
„Fine for a Robot”, De Cacaofabriek, Helmond
2006 „Shower of Blessings”, Kultur Magazin Lothringen, Bochum „Have Spacesuit-Will Travel”, Lokaal01, Antwerpen
„The Beauty of Being Numb”, Mini-salon, München
„Here comes everybody”, Utvikling av Amot Gard, Norwegen

Three terminologies combined, then sculpted, to demonstrate their connectivity:

1. The cuteness of the avant-garde
2. The emotional verisimilitude of Hollywood B-movies
3. The incommensurability of contemporary intuitions and industrial engineering

Dr. phil. Sytze Steenstra, Universität Maastricht




Peter Rösel



1966 geboren in Rockenhausen, aufgewachsen in Marokko und im Irak
seit 1977 im Rhein-Main-Gebiet
1987–92 Kunststudium an der Städelschule Frankfurt/M.
bei Prof. Thomas Bayrle und Prof. Raimer Jochims
1992 sechs Monate Studienaufenthalt in New York, Besuch der Cooper Union
lebt in Berlin

Einzelausstellungen (Auswahl):

2000 „Je länger, je lieber“, Kunst und Kommunikation, München
„Soundscape“, Galerie Art Attitude, Hevé Bize, Nancy
2001 „Fata Morgana Painting Projekt“, Attitudes espace d‘art contemporain, Genf
„FMPP“, Galerie Art Attitudes, Nancy
2002 „Sonne, STOP!“, Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M.
„Wenige Augenblicke später saßen wir auf unseren Kamelen und jagten in der Richtung des Bildes davon“, Wohnmaschine, Berlin
„22° 25.33 S – 014° 29.85 E – HDG 238°, etc“ Dörrie * Pries, Hamburg
2004 National Art Gallery, Namibia
„Tom Sawyer, der Teufel und seine Großmutter“, Sprengel Museum, Hannover
Dörrie * Priess, Hamburg
2005 Peter Rösel, Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M.
2006 „Homework“, Gagosian Gallery, Berlin

Rösel spielt geradezu auf virtuose Weise mit dem Spannungsgefälle zwischen vertrauten und fremden Anteilen einer Sache. In diesem Sinn nähern sich die Pflanzen an etwas Bekanntes an und stoßen sich doch auch wieder energisch davon ab. Wegen ihrer eigentümlichen Farbgebung sind deutsche Polizeiuniformen zwar bestens dazu geeignet, Pflanzen nachzudichten, taugen aber wenig dazu, eine erotische und sinnliche Aufladung eines Kunstwerks zu befördern. […] Gerade in der Kombination von Gegensätzen, im visuellen wie gedanklichen Sprung von einem Assoziationsfeld auf das andere, gelingt Rösel eine überzeugende Zuspitzung des ambivalenten Potentials scheinbar vertrauter Alltagserscheinungen.

Andreas Bee, Sils-Maria


Nicole Wermers



1971 geboren in Emsdetten
1990–97 Studium an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg
1998–99 DAAD Jahresstipendium Großbritannien
1999 MA Fine Art, Central St Martins College of Art and Design, London
2000 Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg
2002 Dorothea-von-Stetten Kunstpreis, Bonn
2002–03 Reisestipendium, Neue Kunst in Hamburg e.V.
2003–04 Residency, Delfina Studio Trust, London
lebt in London

Einzelausstellungen:

1998 „Laden“, Gunther Resky, Berlin
2000 Förderkoje, Art Cologne, Produzentengalerie Hamburg
2002 „French Junkies“, Produzentengalerie Hamburg
2003 Galerie Borgmann-Nathusius, Köln
2004 „Chemie“, Sezession, Wien
2005 Camden Arts Centre, London
2006 „Iduna Nova“ (mit Alexander Heim), Wohnungsausstellung bei
Anna-Catharina Gebbers, Berlin
„Reiche Verwandte“, Herald St, London
„Earring“, public sculpture project, Camden Arts Centre, London

Befremdlich; hat die Lust am Dynamischen der Psyche doch hier eine Rolle angenommen, deren Gewand kein persönliches ist, sondern das mehr als Abdruck eines gesellschaftlichen, ökonomischen Wirbelwindes Maß genommen hat. Aus Versehen habe ich rote Farbe oben rein gekleckert, mir ins Fäustchen gelacht und dann hat es mir etwas leid getan. Die Spuren kratzen in deinem Gefängnis. Die Transgression besteht im kleinen Schritt der Zurücknahme vom Starauftritt in der Kulisse. Alle Spuren sind künstlich angelegt, feine nachgefühlte Risse, abgeblätterte Farbe, abgeschält von einer gebrauchten Vogue …
Die Entnahme der Geister aus den Kisten macht vor meiner Phantasie nicht halt, bei Ikea werden sie getauft und im Festsaal reißt sich eine Frau die Bluse auf und muß sie gleich wieder zuknöpfen, verführt von Parfum.

Helena Huneke, Hamburg